Jeder Mensch in Deutschland verursacht im Jahr einen Ausstoß von Treibhausgasen, der der Wirkung von 10- 12 Tonnen CO2 {CO2 Äquivalente} entspricht. Doch nicht nur Stromverbrauch, Wärmenutzungen und Verkehr heizen dem Planeten ein. Auch die Ernährung schlägt in der Gesamtrechnung mit fast 2 Tonnen zu Buche. In Ackerbau und Viehwirtschaft entstehen neben CO2 große Mengen der Klimagifte Methan und Lachgas. Für Äcker und Viehweiden werden außerdem in großem Stil Regenwälder und andere natürliche Ökosysteme zerstört. Ihre Fähigkeit, CO2 zu binden, wird zerstört. So bestimmt vor allem der hohe Anteil tierischer Produkte auf unseren Tellern die Klimabilanz unserer Ernährung stark. Neben der Erzeugung von Lebensmitteln spielen auch Weiterverarbeitung, Transport, Lagerung und Zubereitung mit elektrischen Geräten und die Entsorgung der Abfälle eine wichtige Rolle. Aber nicht nur der Klimawandel, sondern auch andere globale Probleme. wie der Zugang zu sauberem Trinkwasser, Umwelt- und Gesundheitsschäden durch Pflanzenschutzmittel und Überdüngung sowie das Thema Gentechnik sind untrennbar mit unserer Ernährung verbunden. Der bittere Nachgeschmack des globalen „Tischlein-deck dich-Spiels“ ist schon jetzt zu spüren.

Unser Projekt hat eine Laufzeit von zwei Jahren (01.10.2019-30.09.2021)

und wird unter dem Förderkennzeichen 03KKW0287 gefördert vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages


Hochbeete und Ackerflächen auf dem Gailenberg

Auf zwei Ackerflächen mit jeweils ca. 3500 m2 erhalten die Gruppen die Möglichkeit, in Abstimmung Nahrungsmittel in größerem Maßstab zu erzeugen. In Anlehnung an das Projekt der Weltacker Berlin möchten wir hier auf einer Fläche moderne landwirtschaftliche „Hochleistungspflanzen“ anbauen, auf der anderen Fläche möchten wir alte, in Mühlheim verwurzelte Nutzpflanzen anbauen. Beide Anbauflächen werden durch einen ortsansässigen Landwirt sachlich und fachlich unter Einbeziehung und Beteiligung der Teilnehmer betreut. Der Ressourcenverbrauch soll auf beiden Flächen dokumentiert werden.

Über diese Ackerflächen soll für die Projektteilnehmer und Interessierte auch ein Zusammenhang hergestellt werden zwischen den täglich konsumierten Nutzpflanzen und der dafür benötigten Fläche. Wir beschäftigen uns mit Fragen wie z.B.

  • Wieviel Acker steckt in meiner Pizza?
  • Macht die Salami einen Unterschied?
  • Welchen Flächenverbrauch hat unser Abendessen,
  • welchen das Morgenmüsli mit Kuh- oder Sojamilch?

Die Einrichtungen, die ein Hochbeet bepflanzen, können zusätzlich einen Teil des Ackers kostenlos pachten (Ackerpate), um eine Vernetzung zwischen beiden Bausteinen zu erreichen.

In einen kleinen Videoclip stellen wir hier zunächst das Streuobstwiesengebiet am Gailenberg vor.

Hier können auch Einrichtungen und Institutionen mit eigenen Ideen zum Thema CO2 Reduzierung andocken.

Themen und Inhalte

  • Nutzpflanzen,
  • CO2-Einsparung durch verändertes Konsumverhalten und Ernährung,
  • klimafreundliche Landwirtschaft,
  • Visualisierung Flächenverbrauch
  • CO2-Emissionen durch Fleischkonsum vs. vegetarische Ernährung)

Ackerpaten, die Nutzpflanzen anbauen und ernten, sind im Austausch untereinander und werden vom Landwirt unterstützt.

Interaktiv gestaltete Veranstaltungen am Acker bieten ergänzend die Möglichkeit, Hintergrundwissen (z.B. zum Klimawandel) zu erlangen und sich weiter über die komplexen Zusammenhänge zu informieren. Sie stehen sowohl Ackerpaten als auch allen anderen interessierten Personen offen.


Workshops

Gemeinsam wollen wir uns Fragen stellen und Antworten finden

Als weiterer Baustein werden Workshops entwickelt, mit deren Hilfe einfach umsetzbare und verständliche Verhaltensänderungen zu einer Reduktion der eigenen CO2-Emissionen erzielt werden können. Hierzu wird ein Einstiegsmodul erarbeitet, in dem der eigene CO2-Fußabdruck erstellt wird und altersgerecht und mit verschiedenen Mitmachaktionen erläutert wird, was unsere Nahrung mit dem Klima zu tun hat. Im Fokus stehen vor allem das Verständnis, wieso es so wichtig ist, darauf zu achten, woher unser Essen kommt und wie lange die Reise oder Lagerung der einzelnen Produkte war. Dieses Modul wird für unterschiedliche Altersstufen angeboten und soll einen Einstieg in das Thema gewährleisten. Es kann im Rahmen der Ausstellung, der Kochevents oder auch separat durchgeführt werden. Der Jugendclub, mit dem über die Streetworkarbeit ein enger Kontakt besteht, hat bereits großes Interesse an diesem Workshop geäußert. Weitere Interessenten sind die Mitarbeiter der Stadtwerke, Angestellte der Stadt sowie die Einrichtungen, die ein Hochbeet ausleihen. Das Einstiegsmodul kann hier als Zusatzangebot für die Eltern eingesetzt werden, um auch sie in das Projekt einzubeziehen, sowie für das Personal, um ihm Hintergrundinformationen für das Hochbeetprojekt zu liefern.

Sowohl dieser Workshop als auch die Module rund um die Hochbeete in Schulen und Kindergärten sollen dazu führen, dass die Kinder und Jugendlichen die Erkenntnisse und das laufende Projekt in die Familien und zu Freunden tragen. Es wird somit für alle Altersgruppen Angebote geben, die kostenfrei und ohne Vorkenntnisse durchgeführt werden können, die aber Handlungsoptionen eröffnen, um selbst CO2 einzusparen.

Zu den virtuellen Workshops auf Youtube

Die Akteure und Teilnehmer an den jeweiligen Workshops und den Projekten

  • lernen etwas über Ursache und Wirkung von CO2
  • lernen was der CO2 Fußabdruck aussagt.
  • lernen den Unterschied zwischen lokal und regional kennen
  • üben Methoden zur Ermittlung des CO2 Ausstoßes
  • sammeln Informationen zur Fleischerzeugung, Pflanzenproduktion und den dabei entstehenden CO2
  • erfahren über den Sinn und Unsinn von importierten Superfood   
  • lernen Strategien zur Müllvermeidung kennen präsentieren diese   
  • entwickeln Handlungsalternativen
  • erfahren, dass sich Lebewesen an ihren Lebensraum anpassen
  • erkennen den Unterschied zwischen natürlichem und menschlich verursachtem Treibhauseffekt
  • verstehen den Zusammenhang zwischen der Nutzung fossiler Energieträger und dem globalen Klimawandel
  • erarbeiten individuelle Handlungsoptionen zum Klimaschutz

Ziel ist es, zu zeigen, dass wir für unseren täglichen Konsum hier oder auf anderen Erdteilen Fläche benötigen, um die jeweiligen Produkte anzubauen, und dass unsere Kaufentscheidungen den globalen Ackerbau und das Klima beeinflussen. Die Teilnehmer/innen sollen neugierig darauf gemacht werden, sich näher mit den Produkten zu beschäftigen, und motiviert werden, ihr Konsumverhalten infrage zu stellen und es möglichst klimafreundlich zu gestalten. Zentraler Aspekt ist somit, die Verknüpfungen zwischen unserem Konsumverhalten und dem Klimawandel aufzuzeigen sowie Handlungsoptionen anzubieten, durch die das eigene Konsumverhalten langfristig umwelt- und klimaverträglicher gestaltet werden kann.


Zugpferd Kochstudio

Wir wollen mit unseren Projekt auch dazu beitragen, dass wir alle wieder mehr regional und saisonal kochen und uns ernähren.

Hier wollen wir nach Monaten sortiert Gemüse, Früchte und Obst vorstellen. Entweder wird es im jeweiligen Monat geerntet oder es ist Lagerware aus der Region. Denn nicht jede Gemüsesorte ist das ganze Jahr lang verfügbar.

Saisonal heißt also, Pflanzen ihrer Jahreszeit entsprechend anzubauen, um tragendes Obst oder Gemüse ernten zu können.

Da Tomatenpflanzen bei uns im Winter nicht wachsen könnten, weil es viel zu kalt wird, müssen wir in Deutschland Tomaten im Sommer anbauen. Deutsche Tomaten, die im Sommer in Deutschland angebaut wurden (regional), sind also auch ihrer Jahreszeit entsprechend (saisonal) gewachsen. 

Hier wollen wir einfach zeigen und Ideen geben, was man dem Monat entsprechend einkaufen und kochen kann.

Wir hoffen, wir können euch einige Impulse, Ideen und Anregungen zum regionalen, saisonalen Kochen geben.

Klickt einfach auf den Monat und ihr bekommt ein paar Rezeptvorschläge zum Nachkochen gezeigt. Allerdings sind nicht alle Monate schon gefüllt, wir beginnen erst. Schön wäre auch, wenn ihr uns schickt, die wir dann hier zeigen können.

Wir kochen vorwiegend vegetarisch, aber nicht nur.

Außerdem geht es auch darum zu zeigen, wieviel CO2 bei der Erzeugung, den Transport und der Verarbeitung anfällt. Hierzu greifen wir auf die Angaben der Klimatarier.com zurück. Dort wird auch erklärt, wie sie den CO2 Wert errechnen.

Die jeweiligen Rezepte findet ihr in der Videobeschreibung.

Gerne nehmen wir Rezepte Mühlheimer Bürger auf und kochen dies in unseren Kochstudio für alle nach.

Mai
Juni
Oktober

News und Tipps

Hier gibt es Neuigkeiten rund um das Thema Vom Tellerrand zum Ackerland.

Die Actionbounds vom Zugpferd

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Archiv der Hochbeete