Jugend forst


Ziel der Maßnahme ist es, arbeitsmarktferne Jugendliche durch sinnhafte Tätigkeiten an einen geregelten Tagesablauf zu gewöhnen und sie dem Arbeits- oder Ausbildungsmarkt zuzuführen.

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Die Erfahrung hat uns gelehrt, dass „alte“ tradierte Werte durchaus hilfreich sind, gerade auch für Jugendliche mit multiplen Problemlagen. Wir

bieten den Jugendlichen an, mit uns den Arbeitsalltag unter realen Bedingungen zu leben. Gemeinsames Kochen und Essen gehört ebenso dazu, wie in

der Gemeinschaft zu arbeiten und Spaß zu haben.

Die Arbeit im Wald ist für viele Jugendliche eine neue Erfahrung, bei der sie Stärken an sich entdecken, die sie vorher noch nicht kannten. Die Aufgabenstellung ist sehr vielfältig und hat nicht nur etwas mit Körperkraft zu tun. Oft kommt es auf Ideen und Teamgeist an. Das Vollbringen des Tagwerks schweißt zusammen.

Obwohl wir uns im Wald nur mit einem „Produkt“, nämlich dem Baum, befassen, sind die Tätigkeiten besonders abwechslungsreich. Die Arbeit im Wald gibt uns eine sehr gute Möglichkeit, Arbeitsabläufe transparent für die Jugendlichen darzustellen. Von der Anpflanzung neuer Bäume, über Wild- und Naturschutzmaßnahmen bis zum Ausliefern von Brennholz beim Kunden in der Stadt, erfährt der Jugendliche die Wichtigkeit seines Mitwirkens.

Die Arbeit mit dem Pferd verlangt von dem TN eine hohe soziale Kompetenz, die er unter Führung der Anleitern erlernen kann. Erfolg und Misserfolg sind unmittelbar erfahrbar. Verantwortungsgefühl, Durchsetzungsvermögen, Lernerfolge, Teamfähigkeit und das Entwickeln von Selbstwertgefühl sollen die Ergebnisse sein.

Ein weiterer wichtiger Punkt sind die gemeinsamen Mahlzeiten, die von den TN selbst zubereitet werden. Auch hier zeigen uns die erlebten Erfahrungen, das man während des Essens schnell auf Themen zu sprechen kommt, die für die TN in ihrer Lebenswelt von großer Wichtigkeit sind, und ansonsten in einer Maßnahme nicht in solch  „familiären“ Rahmen zur Sprache kommen.

Gemeinsam mit dem Fachanleiter und dem Jugendlichen bespricht der Soz.Päd. regelmäßig die getroffenen Zielvereinbarungen und das bisher Erreichte. Es werden neue Ziele formuliert, bestehende präzisiert oder kleinteiliger gestaltet.

Von Beginn der Maßnahme an, soll der Jugendliche gleich in die bestehenden Arbeitszusammenhängen eingeführt werden. Ihnen wird ein individueller Rahmen eingeräumt, in den sie sich zunächst bewegen können. Sie können verschiedene Tätigkeiten ausprobieren und sich dann „spezialisieren“. Am Anfang wird eine erste Zielvereinbarung mit den TN getroffen und verfolgt. Im Laufe der Maßnahme werden weitere „aufbauende“ Vereinbarungen getroffen, mit dem Ziel einer (Re)Integration in den Arbeitsmarkt. Für eine Arbeitserprobung stehen mehrere Betriebe in der Stadt und im Kreis Offenbach zur Verfügung. Eine intensive Vor- und Nachbereitung der Praktika wird zusammen mit dem Betrieb, dem TN und der Soz.Päd. Betreuung durchgeführt. Zur Vorbereitung eines Praktikums gehört eine einwandfreie Bewerbungsmappe. Diese wird im Rahmen des Bildungstages beim Träger durch den Teilnehmer erstellt. Das Bewerbungstraining findet an insgesamt drei Tage unter Anleitung eines externen Bewerbungscoachs in Kleingruppen (max. 5 TN) statt.

Weitere Inhalte der Bildungstage sind: regelmäßig Sport einmal in der Woche, Mathematik, Deutsch, Arbeitssicherheit, Umgang mit Maschinen, Arbeitsplanung, Allgemeinbildung und Haushaltsführung, Kochen, Ernährung sowie das Führen eines Berichtsheftes (Stundenzettel). Der Unterricht erfolgt an unterschiedlichen Tagen  in kleinen Gruppen.

Berufspraktisches Einsatzfeld

  • Anfallende gemeinnützige Arbeiten im lokalen Forst in Verbindung mit einem Rückepferd
  • Rad- und Wanderwegenetz pflegen
  • Reitwege markieren
  • Landschafts- und Naturschutzarbeiten
  • Kutschfahrten für Kindergärten, Schulen und Altenheime

Tätigkeiten

Unter Berücksichtigung einer ökologischen Ausrichtung werden die Teilnehmer von fachkundigen Anleitern in den Tätigkeitsbereichen Forstwirtschaft und Naturschutz Handwerk und Instandsetzung; Tierversorgung und-pflege sowie Küche und Hauswirtschaft,  individuell qualifiziert.

Berufliche Qualifizierung

  • Ersthelfer-Ausbildung
  • Motorsägenlehrgang
  • Staplerschein
  • Freischneiderlehrgang
  • Praktika in Betrieben

Weitere Qualifizierung

  • Besuch des SLZ in Offenbach
  • Basispass Pferdekunde
  • Nachholen des Schulabschlusses
  • Im Einzelfall weitere Qualifikationen
  • Unter bestimmten Voraussetzungen ist die Teilnahme an einem Führerscheinprojekt möglich

Gruppenberatung/Aktivitäten

  • Im wöchentlichen Turnus wird Sport (Tennis, Volleyball, Tischtennis, Bowling, etc.) angeboten
  • Monatlicher Erlebnistag (z.B. Klettern, Besuch von Parks, Museen, Firmen und gemeinsames Feiern)

Eingliederungsplanung/Vermittlung

  • Zielvereinbarungen
  • Bewerbungsunterstützung
  • Praktikumsbegleitung
  • Berufswegeplanung

Zielgruppe

Junge Männer und Frauen von 17 bis 25 Jahre im SGB II-Bezug aus der Stadt und dem Kreis Offenbach

Platzzahl

Bis zu 30 Teilnehmer

Dauer

Bis zu zwölf Monate

Ziele

  • Vermittlung in Arbeit oder Ausbildung
  • Arbeitsmarktnähe erlangen
  • Erlangung und Verfestigung von Arbeitstugenden
  • Potentialanalyse
  • Beratende Orientierung
  • Gestützte Aktivierung
  • Vermeidung von Maßnahmeabbrüchen
  • Nachbetreuung

 


 

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